Die Opfer- und Zeugenrechte

Auch Zeugen und Opfer haben Rechte im Strafverfahren.  

Insbesondere in Verfahren, in denen Mitarbeiter eines Unternehmens oder eines Betriebs vernommen werden sollen, kann die Anwesenheit eines Rechtsanwalts als Zeugenbeistand von großem Nutzen sein.
Die Opfer von Straftaten können in Strafverfahren als Nebenkläger aktiv zum Prozess beitragen.

Die Rechte des Zeugen:
Die Rechtssprechung will zwar einen Anspruch auf einen Zeugenbeistand nicht schlechthin gewähren. Es dürfte jedoch feststehen, dass jeder Zeuge das Recht auf einen Beistand hat. "Maßgebend ist dabei, ob der Zeuge die Mitwirkung des Beistands für erforderlich hält, um seine prozessualen Rechte wahrzunehmen (BVerfGE 38, 105, 120)." 
Darunter fallen sowohl das Auskunftsverweigerungsrecht (§ 55 StPO) als auch das Beanstandungsrecht bei Fragen nach entehrenden Tatsachen oder Vorstrafen (§ 68a StPO) sowie bei Fragen, die unzulässig oder ungeeignet sind oder nicht zur Sache gehören (§ 241 Abs. 2 StPO). 
Zudem kann ein Rechtsanwalt als Zeugenbeistand Anträge auf Ausschluss der Öffentlichkeit zur Wahrung eines Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisses (§§ 171b, 172GVG) und Anträge auf Ausschluss des Beschuldigten stellen. 
Ein Zeugenbeistand sollte immer dann beauftragt werden, wenn die Gefahr besteht, dass die prozessualen Rechte von Mitarbeitern Ihres Unternehmens bzw. Ihres Betriebs nicht ausreichend beachtet werden und dies zu möglichen belastenden und nachteiligen Aussagen führen könnte.

Die Rechte des Opfers:
Der Verletzte bzw. das Opfer hat eine Vielzahl von Rechten im Strafverfahren. 
So kann das Opfer, das sich einen Rechtsanwalt als Beistand nicht leisten kann, bereits im Ermittlungsverfahren einen Antrag auf Beiordnung im Wege der Prozesskostenhilfe (§ 397 Abs. 2 StPO) oder als Opferanwalt auf Staatskosten (§ 397 Abs. 1 StPO) stellen. 
Zudem hat jeder Verletzte das Recht, über einen Rechtsanwalt Akteneinsicht zu beantragen. 
Wird die Eröffnung des Hauptverfahrens  nach § 204 StPO abgelehnt, steht dem Nebenkläger die sofortige Beschwerde zu, soweit der Beschluss eine Tat betrifft, die zum Anschluss berechtigt. Beschlüsse, die eine Einstellung des Verfahrens nach §§ 206a, 206b StPO betreffen und Urteile nach § 260 Abs. 3 StPO kann der Nebenkläger anfechten. 
Weiterhin können Anträge, den Angeklagten während der Vernehmung des Opfers aus dem Gerichtssaal zu entfernen, gestellt werden (§ 247 StPO). Auch können eigene Beweisanträge gestellt werden.
Darüber hinaus kann der Nebenkläger den Angeklagten zum Tatvorwurf befragen und es können Schmerzensgeld bzw. Schadensersatzansprüche im Strafverfahren geltend gemacht werden (§ 403 - 406c StPO). Dies erspart dem Opfer eine weitere Auseinandersetzung vor dem Zivilgericht. 
Nicht zuletzt kann der Nebenkläger bei einem Freispruch Berufung oder Revision einlegen.

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